Theater-AG am Albert-Einstein-Gymnasium Reutlingen

„Antigone“

Eigene Bearbeitung nach Sophokles (Verlag der Autoren GmbH & Co KG) & Anouilh (Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH)

Ein halbes Jahr nutzte ich die wöchentlichen Treffen mit der Gruppe für Theatertraining und die Suche nach einem gemeinsamen Thema, wobei sich „Mut“ herauskristallisierte. In Improvisationen und Diskussionen kam die Gruppe zu dem Schluss, dass Mut damit zusammenhängt, Entscheidungen treffen zu können. Es entstanden eigene Texte, schließlich aber fiel die Wahl auf „Antigone“. Ausgehend von der ausweglos erscheinende Entscheidungs-Spirale des antiken Mythos stellten sich die Jugendlichen die Frage: Welche Werte bestimmen unsere Entscheidungen? Woher nehmen wir den Mut dazu? Den Mut anders zu entscheiden als die anderen? Was gibt uns das Vertrauen, richtig zu entscheiden? Aus der Auseinandersetzung mit diesen Fragen, der antiken Fassung von Sophokles und der neuzeitlichen von Anouilh erarbeitete ich mit der Gruppe in einem weiteren halben Jahr eine eigene Textversion.

„Es ist eine Geschichte von Entscheidungen und deren Folgen (. . . )
Den Darstellern der Theater-AG ist unter der Regie von Cordelia Honigberger eine Inszenierung gelungen, die über 90 Minuten mitreisst, mitfühlen lässt und nachdenklich macht. Sie lassen die Verzweiflung, Zerrissenheit, Wut und Liebe der Figuren auf der Bühne lebendig werden ohne das Publikum dabei mit dem Ernst und der Tragik der Geschichte zu erdrücken.

Doch ist es nicht Antigone, die das Mitgefühl der Darsteller erringt, sondern Kreon. ‚Er zeichnet sich dadurch aus, dass er den Mut fasst, in der zertrümmerten Stadt eine Entscheidung zu treffen‘, stellt Vinzenz Bögle für sich fest und ist der Auffassung, dass die dabei herrschende Unsicherheit zu Kreons Fehler führte. ‚Wir haben uns sehr lange damit beschäftigt und in jede Richtung versucht das Stück zu interpretieren‘, erzählen die Darstellerinnen der Antigone. Eine Protagonistin hätte die vielen Facetten der Figur ihrer Meinung nach nicht verkörpern können. (. . .)“
(Anne Sczesny, Reutlinger Nachrichten)